Alterstraumatologie St. Antonius und Lukas Gronau

Ältere Menschen brauchen eine auf die besonderen Herausforderungen im Alter zugeschnittene Medizin, wenn sie im Krankenhaus behandelt werden. In Gronau treffen sich deshalb Unfallchirurgie und Geriatrie in einer ungewöhnlichen Kooperation, um ihre betagten Patienten interdisziplinär zu deren Wohl gemeinsam zu behandeln. Das Besondere daran: Die beiden Fachgebiete gehören zu zwei verschiedenen Krankenhäusern – das St. Antonius-Hospital und das Lukas-Krankenhaus arbeiten Hand in Hand zusammen. 

Wir sind zertifiziert!

Die Alterstraumatologie St. Antonius und Lukas-Krankenhaus ist seit Oktober 2018 durch die DGU zertifiziert. Nach einem aufwendigen und arbeitsintensiven Prozess wurde das Siegel nach Gronau vergeben. Mehr Informationen zur Zertifizierung hier

Wie wird die Kooperation umgesetzt?

In der Geriatrie werden Risikopatienten durch sogenannte Assessments erfasst. Ein solches geriatrisches Assessment wird im Rahmen der alterstraumatologischen Zusammenarbeit auch bei allen unfallchirurgischen Patienten, die 70 Jahre oder älter sind, im St. Antonius-Hospital durchgeführt. Wenn in der Unfallchirurgie des St. Antonius ein geriatrischer Risikopatient durch das Assessment erkannt wird, bekommt die Geriatrie im Lukas-Krankenhaus umgehend eine Mitteilung. Innerhalb von 24 Stunden nimmt die Geriatrie dann Kontakt mit den Kollegen im St. Antonius auf und gibt Ratschläge zur Behandlung nach geriatrischen Standards, um Komplikationen vorzubeugen. Bei Bedarf kommt kurzfristig auch ein Geriater ans St. Antonius. 

Regelmäßig treffen sich die Chirurgen und die Altersmediziner zur Besprechung der alterstraumatologischen Patienten zu einer gemeinsamen Teamsitzung im St. Antonius-Hospital, an der auch Mitarbeiter aus Pflege, Sozialdienst und Physiotherapie teilnehmen. Diese werden auch im alterstraumatologischen Register aufgenommen. Auch der Unfallchirurg besucht die Teambesprechung im Lukas-Krankenhaus und visitiert „seine“ Patienten. Eine weitere interdisziplinäre Visite ohne Teambesprechung findet sowohl in der Unfallchirurgie des St. Antonius-Hospital als auch in der Geriatrie des Lukas-Krankenhauses statt. 

Was leistet ein Geriater in der Alterstraumatologie?

Ein Geriater kann den Chirurgen dabei unterstützen, Risiken für Komplikationen seiner Patienten zu erkennen, die durch die Verletzung, die Verletzungsfolgen oder deren Behandlung und nicht selten auch durch ungünstige Medikamente entstehen können. Außerdem kann er dem Chirurgen vorbeugende Maßnahmen empfehlen. Eine häufige und in seinen Auswirkungen meist unterschätzte Komplikation ist zum Beispiel die Verwirrtheit nach einem operativen Eingriff, die sich oft durch einfache Maßnahmen vermeiden oder behandeln lässt. Mit dieser Kooperation werden also wesentlich bessere Behandlungserfolge für die Patienten erzielt.