Valeo Klinken GmbH


Um die eigene Position noch weiter zu stützen, um Synergieeffekte zu nutzen und Kompetenzen zu bündeln, schlossen sich 2011 vier Krankenhäuser und sieben Servicegesellschaften zur Valeo-Kliniken GmbH und damit zu einem der größten Krankenhauskonzerne in Westfalen zusammen.

Die Evangelischen Krankenhäuser in Hamm, Lippstadt, Münster und das Evangelische Lukas-Krankenhaus Gronau fungieren damit nun gemeinsam mit weiteren Service- und Dienstleistungsgesellschaften, die an den einzelnen Häusern angesiedelt sind, als eine rechtliche Einheit. In dieser Konzernstruktur sind rund 2.600 Mitarbeiter beschäftigt, die sich jährlich um mehr als 40.000 Patienten kümmern.

Der Austausch unter den Fachkräften wird so weiter intensiviert, Einkaufsstrukturen werden optimiert und auch das Rekrutieren neuer Mitarbeiter wird nun vereinfacht, weil die Valeo-Kliniken GmbH durch ihre so gewonnene Vielseitigkeit und Vielschichtigkeit in Aufgaben und Abteilungen zu einem noch attraktiveren Arbeitgeber wird.

Der Vorstand, Jochen Brink und Michael Wermker, im Gespräch

Was heißt Valeo?

Jochen Brink: „Valeo kommt aus dem Lateinischen, ist abgeleitet von „Hic valeo“. Das heißt so viel, wie „Hier geht es mir gut“. In den Valeo-Kliniken kümmern wir uns darum, dass es den Menschen pflegerisch und medizinisch gut geht und dass sie sich bei uns wirklich wohlfühlen.“

Was war vor den Valeo-Kliniken?

Jochen Brink: „Wir waren 13 evangelische Krankenhäuser, die über Jahre in einem lockeren Verbund zusammengearbeitet haben. Das reichte irgendwann nicht mehr. Wir wollten eine „echte“ Gruppe, die verbindlich zusammenarbeitet. 2010 gab es dazu erste Ideen. 2012 wurden Valeo-Kliniken gegründet – mit zwei Geschäftsführern.“

Wer sind die Valeo-Kliniken?

Michael Wermker: „Zu den Valeo-Kliniken gehören vier Häuser – das EVK in Lippstadt und in Hamm, das evangelische Johannisstift Münster und das Lukas-Krankenhaus Gronau. Diese vier Häuser sind Tochtergesellschaften der Valeo-Kliniken. Alle Häuser sind unterschiedlich groß und setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Trotzdem sind sie gleichberechtigte Partner. Wir konkurrieren nicht um Patienten.“

Warum schlossen sich genau diese vier Kliniken zusammen?

Michael Wermker: „Wir hatten das Glück, dass die medizinischen Schwerpunkte in immer zwei Häusern dieselben sind. So haben wir in Hamm und Lippstadt die Geburtshilfe und die Perinatalzentren und in Münster und Gronau in beiden Häusern die Altersmedizin. Da kam schnell die Überlegung auf, dass es hier besonders viel Sinn macht zusammenzuarbeiten.“

Jochen Brink: „In Valeo-Kliniken steckt großes Potenzial. Zum Beispiel in der Frühchenbehandlung steigen die Anforderungen. Da gilt es Schwierigkeiten zu bewältigen. Jetzt haben wir zwei Perinatalzentren, die an einem Strang ziehen können. Ähnlich sieht es in der Altersmedizin aus oder im Bereich der Onkologie. Da können Hamm und Lippstadt gut zusammenarbeiten.“

Wie präsentieren sich „Valeo-Kliniken“ nach außen?

Michael Wermker: „Die lokale Marke bleibt bestehen. Das ist uns wichtig. Das Lukas-Krankenhaus in Gronau bleibt das Lukas-Krankenhaus. Da steht jetzt nicht groß „Valeo-Kliniken“ dran. Die Menschen in Gronau gehen weiterhin in „ihr“ Krankenhaus. In Lippstadt, Münster und Hamm ist das auch so.“

Ist Valeo-Kliniken in den Köpfen der Mitarbeiter angekommen?

Michael Wermker: „Die Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Arbeitsplatz findet vor Ort statt. Sie verorten sich in der Klinik, in der sie arbeiten – nicht in der Gruppe der Valeo-Kliniken. Unser Ziel ist es natürlich, dass in den Köpfen ankommt, dass wir die Valeo-Kliniken sind. Aber das ist ein langwieriger Prozess.“

Jochen Brink: „Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist im Klinikalltag noch nicht angekommen. Anders sieht es in der Verwaltung aus. Da funktioniert es gut. Die Verwaltungsabläufe haben wir ja auch zusammengeführt. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hier sind für alle vier Standorte zuständig. Sie arbeiten für Valeo-Kliniken.“

Wie möchten Sie ein „Wir-Gefühl“ auch auf der medizinisch-pflegerischen Ebene erreichen?

Jochen Brink: „Valeo-Kliniken existiert nicht nur als administratives Konstrukt. Wir gehen mit Valeo-Kliniken jetzt auch in den medizinischen Bereich. Die Probleme sind in allen Häusern gleich, deshalb müssen wir standortübergreifend arbeiten. Wir haben Projekte gestartet, um Verbesserungen in wichtigen Bereichen zu erreichen, z.B. auf den Stationen, in der OP-Organisation. Die Projektleitung ist standortübergreifend. In den Projektgruppen sitzen Mitarbeiter aller Häuser.“

Was bringt der Zusammenschluss konkret an Vorteilen?

Jochen Brink: „Valeo-Kliniken macht uns als Gruppe stark. Hier geht es vor allem um professionelles Aufreten vor Verbänden, den Krankenkassen, in Ministerien, in der Politik.“

Michael Wermker: Auch von den Ärzten werden wir anders wahrgenommen. Ein Zusammenschluss strahlt Sicherheit aus – auch in materieller Hinsicht. Nach dem Motto: Da wird so schnell nichts schiefgehen.“

Jochen Brink: „Natürlich können wir als Valeo-Kliniken wirtschaftlich anders agieren. Wir möchten die Intensivstation in Münster erweitert. Wir brauchen in Münster mehr Wheening-Plätze. Plätze für Patienten, die von der künstlichen Beatmung entwöhnt werden. Wir investieren drei Millionen. Das hätte das evangelische Johannisstift alleine nicht geschafft.“

Was bringt der Zusammenschluß den Mitarbeitern?

Jochen Brink: „Wenn die klinischen und pflegerischen Abläufe gut funktionieren, steigt die Arbeitszufriedenheit unserer Mitarbeiter. Ist die Arbeitszufriedenheit groß, wirkt sich das direkt auf den Patienten aus. Alles was wir hier tun, muss sich an der Frage bemessen „Was hat der Patient davon?“

Wie sieht die Bilanz nach fünf Jahren Valeo-Kliniken aus?

Michael Wermker: „Egal, wo sich Partner zusammentun, man muss zusammenwachsen. Das ist nicht immer einfach und auch wir haben in den letzten Jahren Probleme bewältigen müssen.“

Jochen Brink: „Wir sind durch Untiefen gegangen. Und wir haben es gemeinsam geschafft, da durchzukommen. Das ist eine gute Bilanz. Das macht stolz.“